Teneriffa-Urlaub September 2011 – Ein Reisebericht

Vor einiger Zeit bin ich endlich damit fertig geworden, sämtliche Bilder, die ich während des Teneriffa-Urlaubs mit meinem Freund gemacht habe, zu bearbeiten. Da waren wie immer die üblichen Dinge zu retuschieren: Staubflecken, gekippte Horizontale und leichte Farbkorrekturen. Da ich nicht immer Zeit dafür hatte, hat sich alles etwas lange hingezogen. Aber letztendlich sind die Fotos ja dennoch fertig geworden :)

Bevor es aber an die Fotos geht, kommt hier erst der Reisebericht: Da es mein erster wirklicher Auslands-Urlaub war, war ich im Voraus natürlich recht aufgeregt und bin da vor allem auch mit der Einstellung hingefahren, dass ich größtenteils Englisch reden müsste, aber weit gefehlt! Wir haben im Hotel San Borondon in Puerto de la Cruz übernachtet und waren insgesamt eine Woche da. Also von Sonntag bis Sonntag. Der Hinflug dauerte 4 1/2 Stunden und war für mich eine kleine Tortur, da ich erstens noch nie vorher so lange geflogen bin, zweitens Kopfschmerzen bekommen habe und drittens noch nicht einmal neben Julian sitzen konnte. Es gab nur noch zwei Gangplätze hintereinander. Aber dennoch sind wir recht gut gelaunt dann auf Teneriffa gelandet.

Die ersten zwei Tage

Nach dem Flug mussten wir erst eine Stunde mit dem Bus bis Puerto de la Cruz fahren. Schon auf der Busfahrt war ich sehr fasziniert von der Landschaft, dem tiefblauen Atlantik und der kargen aber interessanten Vegetation. Als wir am Hotel ankamen haben wir natürlich erst einmal unser Gepäck verstaut und uns ein wenig ausgeruht. Danach ging es auf eine kleine Erkundungstour durch die Stadt. Mittlerweile war es dann auch schon recht dunkel und es wurde tatsächlich auch kühl, sodass wir bald wieder zum Hotel zurück gegangen sind.

Am nächsten Tag haben wir uns an die Playa Jardín begeben und uns direkt einen Sonnebrand geholt. Der Strand war gepflegt und sicher, aber die vielen Steine direkt im Wasser waren sehr unangenehm. Trotzdem war die starke Brandung sehr erfrischend und es hat Spaß gemacht sich gegen die Wellen zu stemmen… oder es zumindest zu versuchen, denn mir haben die Wellen nicht nur einmal den Boden unter den Beinen weggezogen. Nachmittags haben wir unseren Erkundungsmarsch durch Puerto ausgeweitet und ich habe auch zum ersten Mal meine Kamera mit dabei gehabt. Gegessen haben wir in einem Restaurant an der Plaza del Charco. Das Essen dort war zwar ganz in Ordnung, aber vom Hocker gehauen hat es einen dennoch nicht.

Der dritte Tag

Nachdem wir tags zuvor einige Entscheidungen getroffen haben, wie wir unseren Urlaub auf Teneriffa gestalten wollen, ging es am dritten Tag unserer Reise in den Loro Parque. Delfine und Wale… zumindest einmal wollte ich mir die Tiere von dichtem ansehen, obwohl ich nicht das beste Gewissen dabei habe, wenn Tiere in kleinen Käfigen oder Wasserbecken gehalten werden. Da der Loro Parque sehr bekannt ist, war es natürlich auch an einem Dienstag dort sehr voll. Sie Sonne schien und da wir noch mit unserem Sonnenbrand zu kämpfen hatten, haben wir uns für den Zoo Zeit gelassen. Es waren allerhand Tiere zu sehen, sowohl seltene als auch solche, die man üblicher weise in Zoos antrifft. Besonders die Papageien waren zahlreich vorhanden, was ja auch nicht weiter verwundert, da der Zoo ja danach benannt ist und ursprünglich nur Papageien beherbergte. Leider bekommen diese schönen Tiere in ihren kleinen Volieren viel zu wenig Beachtung. Die Menschen rennen quasi an ihnen vorbei nur um zu einer der unterschiedlichen Shows zu kommen, die der Loro Parque anbietet. Wie haben uns drei von ihnen angesehen: Die Seehund-, Orca- und Delfin-Shows. Es ist schon sehr beeindruckend was diese intelligenten Tiere alles bewerkstelligen können und es war toll ihnen zuzusehen. Trotzdem haben wir für uns entschieden, dass wir nicht noch einmal in so einen Zoo gehen müssen. Den Tieren zuliebe.

Der vierte Tag

Früh aufstehen war angesagt! Um genauer zu sein: Um sechs Uhr früh mussten wir aus den Federn raus. Ohne Frühstück zu essen wurden wir an einem anderen Hotel von einem großen Reisebus abgeholt und dann ging es hinauf zum Teide. Es war eine dieser typischen Touri-Fahrten wo möglichst viele Touristen in einem Bus gepackt werden und man sie von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schaufelt, zwischendurch kleine Fotostopps macht und ihnen in zwei oder mehr Sprachen etwas über die Insel erzählt. Zugegeben, es war informativ. Und hätte Julian nicht die ganze Rückfahrt geschlafen, hätte er wahrscheinlich auch noch einiges über Teneriffa lernen können. Aber soweit sind wir ja noch gar nicht… Wir fuhren also erst einmal zum Teide und wie schon erwähnt wurde uns von der Reisebegleiterin währenddessen einiges über die Insel, ihre Bewohner, Vegetation und Tierwelt erzählt. Um als erste an der Seilbahn zu sein, wurde sogar ein potentieller Fotostopp ausgelassen… Man o man… Also kamen wir natürlich auch als erste dort an. Nicht ganz schwindelfrei hatte ich ein bisschen zu tun, als es hinauf auf den Gipfel ging. Naja, ganz raus geht es ja nicht, da man für den letzten Abschnitt eine Genehmigung benötigt. Aber wir hatten ja ohnehin nur die Touristen-Tour gebucht, also blieben wir etwas mehr als 100m weiter unten und haben uns das angesehen, was von der Landschaft zu sehen war. Das war recht wenig, denn leider war laut der Reiseleiterin zu viel Sand in der Luft. Wüstensand. Aus der Sahara. Aha. Zurück mussten wir uns dann beeilen, damit unser Bus uns noch mitnimmt. Hätten wir nicht noch von uns ein Foto per Selbstauslöser machen wollen, hätten wir den Stress wohl nicht gehabt… Wieder im Bus ging es zur nächsten Sehenswürdigkeit: den Roques de García. Da hatten wir 30 Minuten um uns umzuschauen. 30 Minuten! Das ist doch eine Menge Zeit! Bei uns reichte das gerade einmal um ein Baguette zu essen (wir hatten beide tierischen Kohldampf!) und zwei Wege ca. 5m weit zu gehen bevor wir wieder zurück mussten. Wunder oh Wunder sind wir danach zu einem Restaurant gefahren, das direkt an der Straße lag. Das Essen war ziemlich gut. Das muss wohl auch die Reiseleiterin so gesehen haben, denn nach mehr als einer Stunde, in der wir so schnell wie möglich unser Essen verputzt haben, war die Frau noch immer nicht am Bus zu sehen. Irgendwann kam sie dann doch. Ab da an hat Julian seinen Mittagsschlaf im Bus gehalten. Er hat da noch zwei Fotostopps verpasst und die kurze Fahrt durch La Laguna.

Im Hotel angekommen musste auch ich mich dann erst einmal von der Tour erholen. Ein dröhnender Schädel und Wassermangel sind nicht gerade die schönsten Sachen, die man während des Urlaubs erleben kann!

Der fünfte Tag

Mittlerweile war wieder ein Ruhetag fällig, denn schließlich sollte unser Urlaub nicht in Arbeit ausarten! Am fünften Tag sind wir zum Lago Martiánez gegangen. Trotz des billigen Eintrittspreises von 3,50€ war das eine herbe Enttäuschung: Liegen mit Decken mussten bezahlt werden, man konnte nirgends richtig schwimmen, Liegen wurden einem direkt vor der Nase weggeklaut (auch wenn man Sachen darauf liegen hatte!) und allgemein war es recht schmutzig dort. Dazu kam, dass das Wetter nicht so mitgespielt hat und man ständig kalten Sprühnebel auf die Haut bekommen hat. Also sind wir nach nicht einmal zwei Stunden wieder gegangen. Zurück im Hotel haben wir uns dort dann noch an den Pool begeben aber im Großen und Ganzen war der Tag dann auch gelaufen. Schlechte Laune haben wir davon trotzdem nicht bekommen, da wir uns ja ohnehin an dem Tag nur erholen wollten und das haben wir auch hervorragend in unserem Hotelzimmer geschafft.

Der sechste Tag

An diesem Tag war wieder ein Punkt von unserer To-Do-Liste dran: Es ging in die Vulkanhöhle bei Icod de los Vinos! Abgeholt wurden wir mit einem etwas größeren Auto von Dragan, der unser Reiseleiter sein sollte. Eine Frau saß bereits im Auto und wir haben dann noch drei weitere abgeholt. Dragan hat sich als sehr sympathischer, begeisterter und kompetenter Reiseleiter herausgestellt und es war wirklich ein Erlebnis mit ihm die Tour zu machen! Da wir nur eine kleine Gruppe waren und noch Zeit hatten, ist er mit uns direkt nach Icod gefahren und hat uns den 1000-jährigen Drachenbaum sowie die angrenzende Iglesia de San Marco mit ihrem 2m hohen Silberkreuz gezeigt. Dinge, die wir nie auf eigene Faust besucht hätten und dennoch sehr sehenswert sind.

Danach ging es zur Zentrale für die Vulkanhöhlenforschung. Dort trafen wir auf weitere Personen und haben einem Vortrag über den Vulkanismus der kanarischen Inseln gehört. Zur Vulkanhöhle mussten wir dann wiederum ein kleines Stück mit dem Auto fahren. Auf dem Weg dorthin kam uns dann das Maskottchen des Teams entgegen: die Mischlingshündin Chiki. Die nahmen wir dann natürlich sowohl im Auto mit als auch beim kleinen Spaziergang durch den Kiefernwald, den wir noch machen mussten um zum Eingang der Höhle zu gelangen. Die Höhle ansich war wenig abwechslungsreich. Vielmehr war die Tatsache faszinierend, dass es sich um einen einzigen Lavafluss handelte, in dem man ging. Dragan machte dort auch ein kleines Experiment mit uns. Wir sollten alle unsere Lampen ausmachen und für eine Minute still sein. Gesagt, getan. Und sofort wurde es pechschwarz und totenstill. Man konnte tatsächlich nicht mehr die Hand vor Augen sehen und es war nicht das kleinste Geräusch zu vernehmen. Normalerweise wäre das der Zeitpunkt um Angst zu bekommen, aber auf mich hatte die Stille und Schwärze eine irgendwie beruhigende Wirkung.

Nachdem wir wieder an der Oberfläche waren merkten wir alle, dass es nach 8 Stunden ohne Essen Zeit für eine Mahlzeit wäre. Also sind wir mit unserer kleinen Truppe an die Playa de San Marco gefahren wo wir in einem kleinen Strandrestaurant das mit Abstand beste Essen des gesamten Urlaubs zu uns genommen haben. Wir hatten kanarische Kartoffeln mit Mojo Verde für alle. Julian bekam dazu Calamaris und ich nahm die sogenannten Chocos, gegrillte Tintenfische. Sie sahen zwar recht eigenartig aus, aber geschmeckt haben sie einfach fabelhaft!

Langsam ging dann auch wieder ein ereignisreicher Tag zu ende. Dafür aber einer, der meiner Meinung nach zu den zwei besten des Urlaubs gehört hat! Da ich die Wanderung durch die Vulkanhöhle nur empfehlen kann, ist hier die Webseite für diejenigen, die die Wanderung vielleicht auch gern einmal machen würden: http://www.cuevadelviento.net

Der siebte Tag

…und damit der vorletzte! Es wurde Zeit, dass wir etwas unternahmen, war ich mir von Anfang an vorgenommen hatte: eine Autofahrt durchs Anaga-Gebirge! Dafür haben wir uns einen kleinen VW Polo gemietet und da Julian seinen Führerschein zu Hause vergessen hatte, musste ich die Strecke fahren. Und das war eine Herausforderung! Am Anfang war die Straße noch recht übersichtlich, war breit, gut markiert und ohne Schlaglöcher. Doch je weiter man in den Nord-Osten kam, desto schwieriger wurde es. Teilweise musste ich im ersten Gang fahren, da das Gefälle sonst für das kleine Auto nicht zu meistern gewesen wäre und man nie wusste, was einen hinter der nächsten scharfen Kurve erwartete. Wir haben dann auch schnell gemerkt, dass viele Einheimische vor einer weiteren scharfen Biegung einfach Hupen um sich anzukündigen. Irgendwie sind wir auf jeden Fall heil in Charmorga angekommen, dem letzten Ort bevor sich die Straße quasi auflöste. Chamorga ist ein kleines Bergbauerndorf. Es gibt ein Restaurant, das nur ein Gericht serviert, dafür aber viele Wanderwege hinaus in die Wildnis. Wir sind ein kleines Stück davon gegangen, haben dann irgendwann aber wieder kehrt gemacht, da wir nicht wussten, wie weit der Weg noch gehen würde. In Chamorga trafen wir auch einen älteren Herren mit seinem kleinen Hund, welcher uns freudig entgegen sprang als er uns sah. Der Mann redete uns auf Spanisch an, aber da wir die Sprache leider nicht konnten und er scheinbar auch kein Englisch blieb es bei einigen Streicheleinheiten für den kleinen Hund. Und einem schlechten Gewissen, weil Julian unbedingt ein Foto von dem Hund wollte und ich keins gemacht habe (was ich immer noch bereue).

Auf dem Rückweg haben wir einen Abstecher in Richtung Taganana und dem ersten Strand, der Playa Roque de las Bodegas, gemacht. Der Strand war wirklich herrlich, eingerahmt von einer Steilküste und kleineren Lavafelsen ließ es sich dort sehr gut schwimmen und sonnen. Der Sand war feinkörnig schwarz und es gab keine größeren Steine im Wasser. Es waren auch nicht viele Leute dort. Die meisten zählten zu den einheimischen Jugendlichen, die am Strand gesessen und geredet oder Ball gespielt haben. Als wir Hunger bekamen sind wir zu einem der Restaurants an der Straße gegangen und ich habe mal wieder mein kanarisches Lieblingsessen, Chocos, gegessen. Auf dem Rückweg habe ich dann doch Julian fahren lassen, da er es so gern wollte. Und es ist ja auch gut gegangen, denn wir haben das Auto ohne einen Kratzer wieder zurück gebracht.

Der achte Tag

Diesen Tag haben wir nur mit dem Packen verbracht, denn es sollte recht früh wieder zum Südflughafen gehen. Ausnahmsweise waren wir diesmal die ersten im Bus. Ohne Zwischenfälle kamen wir dann auch am Flughafen an und haben diesmal sogar zusammenhängende Plätze am Fenster bekommen. Der Rückflug war auch wesentlich angenehmer. Und so kamen wir mitten in der Nacht wieder in Hamburg an und mussten direkt am nächsten Tag wieder arbeiten… Da wünscht man sich doc gleich eine zweite Woche Urlaub!

Résumé

Der Urlaub auf Teneriffa war wirklich schön. Wir haben vieles gesehen, was es wert war gesehen zu werden und auch Dinge mitgemacht, die wir beim nächsten Mal nicht mehr machen würden. Zu letzterem gehört zum Beispiel die Tour zum Teide mit so einem großen Touristenbus. Interessant war auch die Erfahrung, dass es egal war, in welches Restaurant man ging und man immer direkt als Deutscher erkannt worden ist. Bei einem Touristenort wie Puerto de la Cruz mag das vielleicht kein Wunder sein, dennoch war es für mich persönlich schwierig, da ich ja davon ausgegangen bin, dass ich nur Englisch reden würde.Des Weiteren werde ich mich beim nächsten Mal wohl mehr mit der Landessprache des jeweiligen Landes auseinander setzen, in das es gehen soll. Denn so eine Situation wie mit dem alten Mann in Chamorga, bei der wir uns überhaupt nicht unterhalten konnten, möchte ich nicht noch einmal erleben.

Allgemein kann ich es jedem empfehlen Teneriffa zu besuchen. Es ist eine wirklich schöne Insel uns so lange man sich abseits der Touristenpfade bewegt, kann sie einem sehr viel bieten. Wir sind bestimmt nicht zum letzten Mal dort gewesen :)

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