Märchenwald Harz

Wochenende im Märchenwald Harz

Ich bin eigentlich das perfekte Flachlandkind. Aber nachdem ich vorletztes Jahr im Herbst und Winter den Harz für mich entdeckt hatte, wollte dieses Jahr unbedingt wieder hin. Dieses Mal aber solange die Bäume noch grün sind ;)

So ging es letztes Wochenende Richtung Süden. Ursprünglich wollten Julian und ich in Bad Harzburg nächtigen, da wir einen Gutschein für ein bestimmtes Hotel hatten. Aber weils zu kurzfristig war, gabs dort keine Zimmer mehr. So entschieden wir uns spontan für Clausthal-Zellerfeld. Der Ort liegt sehr zentral und man kann viele interessante Flecken im Harz schnell erreichen.

Fahrt durch den Harz

Freitag sind wir leider erst um 20 Uhr beim Hotel „Zum Harzer“ eingetroffen und so blieb kaum noch Zeit großartig den Ort zu erkunden. Wir aßen sehr gut in einem Restaurant um die Ecke, dem „Oberharzer Wilddieb“, wo nur regionale Produkte auf den Tisch kommen. Eine super Empfehlung!

Samstag morgen gab es ein tolles Frühstücksbuffet mit Eiern vom Bauern (niedlich besonders die Gesichter, die auf die Schale gemalt waren) und wir machten Bekanntschaft mit dem liebenswerten Teddy-Hund hinter dem Rezeptions-Tresen. Der Tag konnte besser nicht starten!

So machten wir uns auf den Weg nach Sankt Andreasburg, wo ganz neu die erste barrierefreie Sternwarte entsteht. Julian hatte über ein Crowdfunding davon erfahren und mitgemacht. Für seine Spende gab es als Dankeschön eine private Führung. Zu finden war die Sternwarte allerdings noch nicht so gut, denn es gab leider keine Schilder auf der Straße, die auf sie hinwiesen. Letzten Endes fanden wir jedoch den Weg  und Herr Schmidtko begrüßte uns an der Tür. Wir bekamen eine tolle Führung durch die Räumlichkeiten der Sternwarte, die aktuell gerade aufgebaut wird. Wasseranschluss und eine Heizungsanlage im Vorführraum fehlen zwar noch, aber es gibt bereits barrierefreie Rampen zu den Montagesäulen für die Teleskope und vieles andere ist schon vorhanden. Der Verein sammelt Spendengelder um den Ausbau zu finanzieren. Unserer Meinung nach ist die Sternwarte ein absolut unterstützens wertes Projekt, das vielen Menschen mit Behinderungen den Zugang zur Astronomie erleichtern kann. So gibt es beispielsweise Modelle der Marsmonde, mithilfe derer auch Blinde „sehen“ können. Der Betrieb der Sternwarte läuft auch bereits während verschiedenster Veranstaltungen wie Teleskoptreffen. Es bleibt noch viel zu tun, aber die Sternwarte Sankt Andreasburg ist eine tolle Sache!

Nach dem Besuch der Sternwarte musste der knurrende Magen beruhigt werden und Julian nutze die Gelegenheit um in Sankt Andreasburg die steilen Straßen rauf und runter zu fahren. Im Winter hätten wir das bei einer Steigung von bis zu 20% mit dem BMW wahrscheinlich nicht machen können :D

20% Steigung in Sankt Andrasburg
20% Steigung in Sankt Andrasburg

Als Julian in meinem Reiseführer von einer Sommerrodelbahn las, fing er sofort Feuer und wir fuhren hin. Wahrscheinlich währe ich auch mitgefahren, aber als ich die Seilbahn, die auf den Berg führte, sah, drehte sich mir der Magen um und die nicht schwindelfreie Kathleen musste auf dem Boden bleiben. Julian hatte dafür seinen Spaß und ich konnte ein paar tolle Fotos von ihm machen.

Julian auf der Rodelbahn

Das letzte Mal im Harz besuchten wir auch die einzige Whiskey-Destille im Harz in Zorge. Wo wir schonmal hier waren, fuhren wir also wieder hin und hatten Glück, denn wir hatten nur noch eine Minute bis Ladenschluss. Also schnell rein einen Whiskey aussuchen und raus. Schließlich wollen die Leute ja auch irgendwann einmal Feierabend machen ;)

Nachdem Julian nun gemacht hatte, was er wollte, war ich endlich dran: Es ging nach Goslar. Denn dort wollte ich unbedingt noch einmal in einen Glasladen, der zur Zeit des Weihnachtsmarktes einfach zu voll war um sich in Ruhe umzusehen. Auch hier hatten wir Glück, denn eine halbe Stunde später machte auch dieser Laden zu. Ich schaffte es aber noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Zwar kein Glas, aber dafür sehr schöne Holzarbeiten.

Fachwerkbau in Goslar
Fachwerkbau in Goslar
An der Abzucht in Goslar
An der Abzucht in Goslar

Auf dem Marktplatz von Goslar aßen wir dann noch ein Eis (eine Seltenheit, da Julian es eigentlich nicht mag)! Auf dem Rückweg in Richtung Clausthal-Zellerfeld holte uns dann „endlich“ das Wetter in Form eines seit Mittag vorhergesagten Gewitters ein. Aber wir hatten Glück, und saßen im Auto ;)

Fahrt im Gewitter

Auf dem Rückweg haben wir noch der potentiell tollen Fotos wegen an der Okertalsperre gehalten. Ich bin natürlich mit dem Regenschirm rumgelaufen, wegen der Kamera. Nach dem ersten Donnern war ich aber schnell wieder in Richtung Auto unterwegs. Den Respekt vor Gewittern (mit Schirm in der Hand!) kann man leider nicht unterdrücken ;) Für ein paar interessante Fotos hat es sich dennoch gelohnt.

Gewitter über der Okertalsperre

Gewitter über der Okertalsperre

Wetterstation im Kräuterpark Altenau
Wetterstation

Sonntag war Abreisetag. Wir bezahlten das Zimmer (das Hotel ist echt zu empfehlen!) und fuhren nach Altenau. Dort gibt es den Kräuterpark Altenau. Da wir selber recht viele Pflanzen auf dem Balkon anbauen konnten wir hier viele Anregungen finden, was den Anbau lohnen könnte.

Auf dem riesigen Gelände waren aber nicht nur Kräuter zu finden. Auch eine Wetterstation, ein 5-Sterne-Insektenhote, ein Totholzhaufen, ein Fischteich und ein japanischer Pavillon rundeten das Bild ab. Für einen wunderschönen Spaziergang durch duftende Kräuter und blühende Büsche mit zahlreichen Schmetterlingen lohnen die 3,50 € Eintritt definitiv!

Der Kräuterpark Altenau inmitten von Wäldern
Der Kräuterpark Altenau inmitten von Wäldern
Ein Admiral auf der Blüte des Sommerflieders
Ein Admiral auf der Blüte des Sommerflieders
Blühkräftige Kräuter in Altenau
Blühkräftige Kräuter in Altenau
Selfie mit Julian und mir
Selfie mit Julian und mir

Nach dem Spaziergang war es schon fast wieder Mittags. Also machten wir uns auf in Richtung Heimat. Zwischendurch hielten wir aber noch zweimal. Der erste Stopp galt noch einmal der Okertalsperre, die ohne Gewitter so ganz anders und friedlich wirkte.

Friedliche Stimmung an der Okertalsperre

Kurz vor Goslar kamen wir auch an einer tollen Stelle vorbei mit beeindruckenden Felsen und der plätschernden Oker. Dort hielten wir noch einmal direkt an der Straße an und wanderten ein kleines Stückchen am Fluss entlang. Es schien ein toller Wanderweg zu sein und eine landschaftlich reizvolle Strecke. Wir waren jedoch bei weitem nicht fürs Wandern ausgerüstet und so machten wir uns schnell wieder auf den Rückweg zum Auto und dann nach Hause.

Felsformation an der Oker

Birken

 

Die Oker

Julian an der Oker

Wer schon einmal im Harz war, kann meine Begeisterung für dieses Gebiet bestimmt nachvollziehen. Es gibt Flecken dort, die so urig und verzaubert sind, als wenn man geradewegs in ein Märchen spaziert. Die Wälder und Felsen scheinen so verwunschen, dass es nicht schwer fällt, sich hier Hexen, Zwerge und sprechende Tiere vorzustellen. Der Harz diente mit Sicherheit den Brüdern Grimm und anderen als Vorlage für ihre Märchen. Selbst, wenn man kein Märchen vor Augen hat, dann ist der Harz doch immer wieder einen Besuch wert und ich freue mich schon aufs nächste Mal, wenn wir die Straßen entlangfahren und ich mit großen Augen die Landschaft bestaunen kann :)

Märchenwald Harz
Märchenwald Harz

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1 Reply to “Wochenende im Märchenwald Harz

  1. Hallo Kathleen,
    der Harz ist wirklich sehr schön und immer eine Reise wert. Ich habe ja auch schon einiges vom Harz gesehen. Die Gegend in der ihr ward, kenne ich nicht. Wie heißt es so schön, warum in die Ferne schweifen. Also in den Urlaub ab in den Harz, ist nur zu empfehlen.
    Es sind auch wieder sehr schöne Fotos, die ihr mitgebracht habt.
    Liebe Grüße aus Bassin

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