Wassermühle

Eine Woche Auszeit in Dänemark am Ringkøbing Fjord

Unser kleiner Tristan ist nun schon 14 Wochen alt und langsam bekommen wir eine gewisse Routine und können den Kleinen recht gut einschätzen. Nur das allein einschlafen müssen wir noch üben 😉

Bevor Tristan geboren wurde, wollten wir uns noch eine kurze Erholungspause vor der turbulenten Zeit gönnen. So sind wir für eine Woche nach Dänemark gefahren weil es so schön nah ist und ich mit meinem Kugelbauch nicht mehr fliegen wollte. Wir sind im August hingefahren, womit wir natürlich die Hauptsaison erwischt haben. Auf fast allen Strecken, die wir gefahren sind, ist uns das aufgefallen, denn es waren fast nur Deutsche auf den Straßen unterwegs 😀 Unser Ziel war Bork Havn, am Ringkøbing Fjord.

Bei den Wikingern zu Hause

Wir haben den Zeitpunkt und Ort für unsere Reise ganz gut getroffen, denn an dem Wochenende, an dem wir ankamen, sollte noch ein Wikingermarkt im Ort stattfinden. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Widderschädel beim Wikingermarkt

In Bork Havn wurde ein ganzes Wikingerdorf weitgehend originalgetreu aufgebaut, das ganzjährig als Museum betrieben wird und wo es einmal im Jahr den Wikingermarkt gibt. Das Dorf gehört zu einem Verbund von 14 unterschiedlichen Museen rund um den Ringkøbing Fjord. Da wir eine ganze Woche da bleiben wollten, haben wir uns eine Wochenkarte für alle Museen gekauft.

Alter Bootssteg

Über den Tag verteilt gab es neben dem Markt auch verschiedene Veranstaltungen. Unter anderem eine Show mit Islandpferden und eine Kampfshow. Das Ganze natürlich ohne Aufpreis, dafür leider auf Dänisch wodurch wir so gut wie nichts verstanden 😀

Hafen in Bork Havn

Abends machten wir beim Sonnenuntergang einen kleinen Spaziergang am Hafen von Bork Havn und ließen den Abend ruhig ausklingen.

Hafen in Bork Havn

Einmal rund um den Ringkøbing Fjord

An unserem zweiten Urlaubstag ging es einmal um den Fjord herum. Eigentlich suchten wir nur einen Bankautomaten um Dänische Kronen abzuheben, daraus wurde aber eine ganze Tagestour! Die sich indes extrem lohnte!

Schon direkt als wir das unmittelbare Küstengebiet erreichten, zeigte sich uns eine wunderschöne Landschaft mit Hügeln und Seen die uns sofort an Irland erinnerte.

Wunderschöne Landschaft

Ein kleines Stück hinter diesem Ausblick hielten wir und marschieten über die riesigen Dünen in Richtung Strand. Die Dünen waren über und über mit Wildrosen bewachsen und entsprechend duftete es überall. Über die Dünen rüber zu kommen war gar nicht so einfach für mich, da ich wegen des Babybauchs schnell außer Atem war.

Wildrosenblüte

Dünenlandschaft

Der Nordseestrand hinter den Dünen war aber leider nicht so schön wie wir gehofft hatten. Überall lag angeschwemmter Müll herum. Es ist so traurig, dass die Meere immer mehr verdreckt werden! Man hört immer, dass die Meeresverschmutzung ganz weit weg ist, dabei ist sie direkt vor unserer Haustür!

Müllverschmutzung am Strand

Von diesem Ausflug über die Dünen brachten wir in unseren Schuhen so einiges an Sand mit. Als Erinnerung an den Urlaub nahmen wir ihn später mit nach Hause ☺️

Sand in den Schuhen

Unsere nächste Station war der Leuchtturm Lyngvig Fyr. Schon auf dem Parkplatz war klar, dass auch hier wieder Unmengen Deutsche waren, denn wir sahen nur ein einziges dänisches Auto! Wir schauten uns kurz die Ausstellung an und machten uns danach an den Aufstieg. Die Wendeltreppe war noch gut machbar aber durch die Luke zur Aussichtsplattform hätte ich mit meinem Bauch fast nicht durchgepasst 😀 Die Aussicht entlohnte aber den Aufwand! Man hatte einen wunderschönen Blick zur Nordsee und zum Ringkøbing Fjord und den angrenzenden Dünen.

Selfie auf dem Leuchtturm mit Aussicht auf Nordsee und Ringkobing Fjord

Spielkind Julian

Spaß im Souvenirshop

Es war Zeit fürs Mittagessen doch der nächste Ort, Sondervig, war uns zu überlaufen von Touristen. So fuhren wir bis Ringkobing weiter. Ringkobing war die erste richtige Stadt, wie wir sie kennen: ein kleiner Altstadtkern mit Rathaus und Marktplatz, dazu enge Gassen und kleine Läden. Richtig wohl konnte man sich dort fühlen! Wir fanden auch schnell einen guten Italiener wo wir im Innenhof essen konnten. Danach bummelten wir kurz durch die Stadt zum Hafen bevor es ohne Umwege wieder zurück nach Bork Havn ging.

Der schönste Sonnenuntergang

Am dritten Tag wollten wir uns einmal ausruhen und unternahmen demzufolge nichts. Abends ist uns aber durch Zufall der in dem Moment rosa/pinkfarbene Himmel aufgefallen und wir beschlossen kurzerhand mit dem Auto so weit zu fahren, sodass wir den Sonnenuntergang sehen können. Und der Aufwand hat sich mehr als gelohnt! Wir wurden mit dem schönsten Sonnenuntergang belohnt, den wir seit langem gesehen hatten!

Sonnenuntergang

Markt und Whiskey

Früh am Morgen sind wir nach Tarm zum Mittwochsmarkt gefahren. Ich hatte mir etwas mehr gewünscht, denn der Markt war eher ein größerer Flohmarkt. Aber immer noch hochwertiger als viele Märkte zu Hause 😉 Es gab viel Wolle und Kunsthandwerk. An einem kleinen Stand kaufte ich eine hübsche Holzschale für Corinna als Souvenir.

Wir wollten nach dem Markt an einer Führung durch eine Destille mitmachen. Da wir jedoch noch viel Zeit hatten, sind wir in den Nachbarort Skjern gefahren. Laut Karte gibt es in dem Ort eine Seilerei, ein Museum und eine Windmühle. Es stand aber nirgends wo was ist, also sind wir auf gut Glück losgegangen. Die Seilerei war natürlich geschlossen und leider auch die Windmühle, die wir nach einem Spaziergang dann auch fanden (weil sie komplett falsch eingezeichnet war).

Dann war es endlich Zeit für unsere Führung durch die Whisky-Destille Stauning! Wir waren so ziemlich die ersten die eintrafen, aber mit der Zeit wurden es immer mehr Leute. Wenn wir gezählt hätten, wären es bestimmt 50 gewesen! Da uns das zu viel war, hielten wir uns im Hintergrund. Aber das, was wir von der Führung mitbekamen, war schon sehr gut! Zwischendurch gab es Brot, das aus den Malzresten, die bei der Whiskyherstellung anfallen, hergestellt wurde. Ich habe ordentlich zugelangt, weil ich so einen extremen Hunger hatte 😉 Es gab im Anschluss noch ein Tasting, das Julian mitmachte während ich im Auto wartete. Mir war es da drin einfach viel zu voll!

Julian bei der Führung durch die Whisky-Destille

Auf der Rückfahrt wollten wir uns noch ein bisschen das Naturschutzgebiet rund um den Fluss Skjern A ansehen, erwischten aber die falsche Abfahrt und landeten in einer Sackgasse. Dort gab es nur eine handbetriebene Fähre für Fußgänger und Radfahrer. Den Spaß wollten wir uns nicht entgehen lassen und wir haben uns echt gut als Fährmeister geschlagen! 😀

Fährmeister Julian

Als es dann auf dem richtigen Weg wirklich zurück ging, begegnete uns noch eine Fasanenmutter mit ihren Küken. Die Kleinen waren so niedlich und wir konnten sie eine ganze Zeit beobachten weil sie sich nicht trauten ins Gebüsch zu hüpfen.

Fasanenküken

Zurück in die Eisenzeit

Diesen Tag wollten wir nutzen um zwei weitere Museen zu besuchen, zu denen wir mit unserer Wochenkarte Zutritt hatten. Das erste war eine alte Wassermühle. Das Innere konnte man leider nicht besichtigen, aber es gab ein sehr schönes Außengelände und zwei kleine Ausstellungen, von denen die über Medizin durchaus sehenswert war!

Alte Wagenräder

Wassermühle

Quer über die Straße ging es zum Eisenzeit-Museum bzw. -Dorf! Neben einer Ausstellung gab es den sehenswerten Nachbau einiger Gebäude aus der Eisenzeit. Wir hatten Glück und gerade gab es eine Führung auf Englisch. Wir schlossen uns dem Erzähler, der originalgetreu gekleidet war, an und wurden mit interessanten Geschichten, frischem Brot aus dem Lehmofen und selbstgemachtem Käse belohnt. Für Kinder wäre es ein absolutes Erlebnis gewesen!

Steinzeit-Festmahl

Julian schloss sogar noch Freundschaft mit einer Ziege, die auch zu dem Dorf gehörte ☺️

Julians neuer Freund

Wir fuhren nach Ringkobing um bei „unserem“ Italiener zu essen. Julian wollte dort nämlich unbedingt noch die Pizza probieren.

Julian bei unserem Italiener

Nach dem Essen fuhren wir nach Sondervig für einen kleinen Strandspaziergang. Dort konnten wir nochmal dokumentieren, dass es ja eigentlich schon ein Urlaub zu dritt war 😉

Kathleens Babybauchs

Babybauch im Schatten

Ausruhen und Heimweg

Am letzten Tag unternahmen wir nichts. Ursprünglich war ein Ausflug nach Tipperne geplant, aber dafür war es zu windig. In der folgenden Nacht gab es dann auch ein ordentliches Gewitter und an unserem Heimreisetag war das Wetter auch eher mau. Aber das durfte es ja auch sein, da wir die ganzen anderen Tage über Glück hatten ☺️

Steine am Ferienhaus

Urlaubsfazit

Das Gebiet um den Ringkøbing Fjord herum ist landschaftlich sehr schön und sehenswert. Besonders Naturbegeisterte werden ihre Freude haben! Als letzten Urlaub vor unsrer Zeit zu dritt war der Ort auch gut gewählt, denn es war nirgends zu viel los, außer in der Destille. Und im Ferienhaus hatten wir sowieso immer unsere Ruhe 😉 Was an Dänemark zur Hauptsaison natürlich stört, ist, dass es einfach zu viele Deutsche dort gibt. Aber welches Recht habe ich, mich darüber aufzuregen 😉 Ich weiß nicht, ob wir am Ringkøbing Fjord noch einmal Urlaub machen werden, aber Dänemark wird ganz sicher noch einmal unser Ziel sein, besonders da Tristan jetzt da ist ☺️

Bis bald!

Eure Kathleen

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3 Replies to “Eine Woche Auszeit in Dänemark am Ringkøbing Fjord

  1. .. das ihr vor der Geburt eures kleinen Sonnenscheins noch einmal die Taschen gepackt und verreist seid, habt ihr vollkommen richtig gemacht. Man muss die Zeit ja auch nochmal genießen und vor allem die Ruhe ;-)
    Jedenfalls habt ihr wunderschöne Fotos gemacht und wenn ich sie mir angucke, weiß ich eins ganz bestimmt: ICH WILL SOMMER!
    (:

  2. Hallo!
    Bin heute zufällig auf deinen Beitrag gestossen. Wir sind gerade hier in Dänemark in Hvide Sande. Vielleicht freust du dich zu erfahren, dass inzwischen am Strand Sammelbehälter für Müll aus dem Meer stehen. Die Strände sind jetzt sehr sauber, aber ist ja auch noch Vorsaison.
    Liebe Grüße, Corinna

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