Bücher

Bücherwelten

Ganz nach dem Motto „Bücher kann man nie genug haben“ ist hier ein kleiner Auszug jener Bücher,
die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Wyrm

Wolfgang Hohlbein
gelesen am 06.08.2014

Das grausige Geheimnis eines kleinen Ortes. Der Landvermesser Coppelstone wird zu einem Bauern in Neuengland geschickt um diesen zum Verkauf seiner Farm zu bewegen. Denn das Grundstück soll bald einer neuen Straße weichen. Schon der Hinweg gestaltet sich aber beschwerlich, denn Coppelstones Autoräder werden fast von dem mysteriösen Straßenbelag aufgefressen und er muss das letzte Stück zu Fuß gehen. Doch der beschwerliche Weg war umsonst, denn der alte Morrison weigert sich, seine Farm zu verkaufen und schickt Coppelstone wieder zurück. Dieser versucht im angrenzenden Städtchen nach Hilfe zu suchen, wird jedoch auch hier unwirsch und unfreundlich abgewiesen. Coppelstone gibt aber so schnell nicht auf und startet Nachforschungen bei denen er auf ein abscheuliches Geheimnis stößt, eine Kirche, die keine Kirche ist und eine uralte Kreatur, die in den Tiefen der Erde geboren wurde.

Das recht kurze Buch ist spannend geschrieben und durchweg schlüssig. Die Handlung ist dabei nicht immer vorausschaubar und so bleibt ein spektakuläres Ende. Teilweise hätte der Autor noch besser auf bestimmte Begebenheiten eingehen können, wodurch das Buch mehr Tiefgründigkeit gewonnen hätte. Trotz der kurzen Lesedauer kann das Buch für Fantasy-Horror-Fans aber ganz interessant sein.

Das Labyrinth der Zeit

Patrick Lee
gelesen vom 05.08.2014 – 06.08.2014

Rasanter Abschluss der Triologie. Während einer Fernsehansprache geht das Weiße Haus in Flammen auf und der Präsident wird getötet. Durch eine Nachricht des Attentäters bekommen Travis und Paige einen Hinweis darauf, dass der Angriff auf die Regierung mit einem alten Forschungsprojekt namens „Skalar“ zusammenhängt. Kurz darauf folgt jedoch ein Anschlag auf das streng geheime Border Town, wobei fast die gesamte unterirdische Stadt zerstört wird. Unter den wenigen Überlebenden sind auch Travis und Paige, die sich nun einen neuen Weg suchen müssen um hinter die Drahtzieher der Anschläge zu kommen.

Die Hauptprotagonisten machen sich auf um das Geheimnis von Skalar, Ruben Ward und einer alten Mine zu lüften. Denn die Hinweise häufen sich, dass die Sicherheit der gesamten Welt in Gefahr ist. Es gibt viele überraschende Wendungen und auch das Ende ist anders als erwartet. In sich schlüssig kommt die Geschichte rund um die Pforte mit diesem Buch zu einem Ende. Doch eine letzte große Entscheidung wird am Ende den Gedanken des Lesers überlassen.

Die Handlung ist wie in den vorangegangenen Büchern rasend schnell und actiongeladen. Die gesamte Geschichte spielt in einem Zeitrahmen von nur 24 Stunden. Entsprechend selten war ich geneigt, das Buch zur Seite zu legen. Man merkt wieder einmal, dass Patrick Lee ein geübter Drehbuchautor ist und so gibt es kaum langweilige Passagen. Action- und Science-Fiction-Fans werden mit diesem Buch viel Freude haben.

Die zwei Hörner des Rhinozeros Kuriose und andere Geschichten vom Verhältnis des Menschen zur Natur

David Quammen
gelesen vom 08.07.2014 – 21.07.2014

Kurzgeschichten von lustig über grausam bis belehrend. In insgesamt 25 Kurzgeschichten, aufgeteilt in fünf Kapiteln setzt sich der Autor mit verschiedenen Themenbereichen auseinander, die das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt betreffen. Es handelt sich bei diesen Kurzgeschichten um einen Auszug der Artikel, die der Autor im Rahmen seiner Kolumne im US-Magazin Outside über viele Jahre hinweg verfasst hat.

Das Themenspektrum der Geschichten ist sehr breit gefächert, wobei allen gemein das Verhältnis zwischen Mensch und Natur ist. Das Buch beginnt mit einer Geschichte über den Umgang des Texaners mit seinen heimischen und mittlerweile teils seltenen Giftschlangen. Auch wenn ich kein Schlangenfan bin, so ist der Inhalt doch so makaber, das sich mir beim Lesen oft der Magen umgedreht hat und ich nicht mehr weiter mochte. Glücklicherweise sind nicht alle Geschichten im Buch so brutal und es spielen auch nicht alle in den USA. Jedoch droht die Gefahr, nach der Lektüre des gesamten Buches, mit gemischten Gefühlen an den Umgang der Menschen mit ihrer Umwelt zu denken.

Durchweg ist das Buch mit dem David Quammen eigenen Humor gespickt und es macht unglaublichen Spaß ihn zu lesen. Dabei vermittelt er viel Nischenwissen über Gegenden, Tiere und Pflanzen, über die man sich womöglich bisher noch nicht viele Gedanken gemacht hat. Durch die in sich abgeschlossenen, recht kurzen Geschichten eignet sich das Buch sehr gut für größere Lesepausen, die bei mir allerdings nicht wirklich aufkamen. Aufgrund des vermittelten Wissens und des hohen Unterhaltungsfaktors ist „Die zwei Hörner des Rhinozeros“ ein absolutes Muss!

Bartimäus Das Auge des Golem

Jonathan Stroud
gelesen vom 07.06.2014 – 13.06.2014

Nicht ganz konfliktfreies Wiedersehen von Zauberer und Dschinn. Der junge Zauberer Nathanael arbeitet mittlerweile für die Regierung des von Zauberern beherrschten Englands. Er hat die Aufgabe der Widerstandsbewegung, die bereits einige kleine Anschläge auf Regierungsmitglieder verübt hat, das Handwerk zu legen. Dann kommt es zu einem sehr großen Attentat, bei dem es erste Personenschäden gibt. Doch dieses Mal ist das Vorgehen anders und es stellt sich heraus, dass ein weiterer Regierungsgegner sein Unwesen treibt: Ein Golem, der aus dem alten Prag gesendet wurde. Und um diesen Golem zur Strecke zu bringen ist Nathanael allerdings auf die Mithilfe von Bartimäus und dieses Mal auch von Kitty, einem Mitglied der Widerstandsbewegung, angewiesen.

Der zweite Teil der Bartimäus-Serie ist wie der Vorgänger spannend und sehr unterhaltsam geschrieben. Leider jedoch hat sich Nathanaels Charakter weiter ins Negative geändert und man könnte ihn streckenweise sogar als boshaft beschreiben. Lediglich zum Ende des Buches erscheint ein Funken Gutmütigkeit. Diese Tatsache hat mir die Lektüre des Buches etwas verdorben. Gut, dass es noch Bartimäus gibt und die nun wichtiger gewordene Kitty.

Nichtsdestotrotz ist es ein sehr gut geschriebenes Buch und wem der erste Teil gefiel, hat gewiss auch seine Freude am Nachfolger.

Bartimäus Das Amulett von Samarkand

Jonathan Stroud
gelesen vom 08.05.2014 – 10.05.2014

Eifriger Zauberlehrling trifft auf gewitzten Dschinn. Nathanael lebt im vom Zauberern regierten England. Er ist als Zauberlehrling ehrgeizig… und jung. Leider hat er jedoch einen recht mittelmäßigen Zauberer als Lehrmeister bekommen und so macht seine Ausbildung keine großen Schritte. Doch sobald er Zugang zur Bibliothek seines Meisters bekommen hat, beginnt er seine Ausbildung selbst in die Hand zu nehmen und macht schnell Fortschritte, die er jedoch verheimlicht. Eines Tages wird er vor den Augen vieler anderer Zauberer von Simon Lovelace gedemütigt und muss auch ertragen, dass sein Meister nicht für ihn eintritt. Daraufhin schwört er Rache und will Lovelace einen Streich spielen. Er beschwört den Dschinn Bartimäus und lässt ihn das Amulett von Samarkand aus Lovelace Besitz stehlen. Jedoch stellt sich das als folgenreicher Fehler heraus: Es kommt zu einer atemlosen Jagd, dem Tod seines Meisters und Anschlägen auf die Regierung.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Bartimäus (in der Ich-Perspektive) und Nathanael erzählt. Die Passagen des hinterlistigen Bartimäus werden durch sehr lustige Fußnoten unterbrochen, die in Nathanaels Kapiteln fehlen. Grundsätzlich scheint Nathanael in seiner Entwicklung stark unterdrückt zu werden und so wird sein Charakter übertrieben ehrgeizig und stolz.

Das Buch liest sich durchweg zügig und flüssig. Die Geschichte ist in sich stimmig, obwohl Nathanaels Charakter sehr wankelmütig ist und manchmal schwer nachvollziehbar. Durch Bartimäus ist das Buch jedoch sehr unterhaltsam und lustig und somit unbedingt lesenswert.

Ein Fremder im Haus

Rudolf Kiefert
gelesen vom 22.04.2014 – 01.05.2014

Wenn das eigene Heim untergraben wird. Der LKW-Fahrer Fink kommt frühzeitig mit seiner Frau aus dem Urlaub nach Hause. Dort entdeckt er nachts, dass sich ein Fremder in den Hauskeller geschlichen hat und ein tiefes Loch im Boden klafft. Unter dem Vorwand geheim im Auftrag der Regierung zu handeln schafft es der Fremde Fink wider besseren Wissens zu überreden, nichts nach außen dringen zu lassen und teilweise an seinem Vorhaben mitzuwirken. Denn die Siedlung, in der Finks Haus steht, wurde auf einem Hügel gebaut, der instabil zu sein scheint. Laut dem Fremden würden sich zahllose Tunnel unterhalb der Siedlung befinden und er müsse nun überprüfen, ob diese Tunnel stabil sind oder die Siedlung abzusacken droht.

Finks Frau bekommt währenddessen von allem scheinbar nichts mit. Denn sie und Fink drohen in eine Beziehungskrise zu laufen, weil sie vermutlich nach Jahren endlich schwanger ist.

Das Buch schafft es sehr gut, die verschiedenen Persönlichkeiten der handelnden Personen wiederzugeben. Es geht sehr in die psychologische Tiefe und befasst sich mit Ängsten und Hoffnungen der Siedlungsbewohner. Obwohl die oberflächliche Handlung sehr offensichtlich ist und nicht lange verheimlicht wird, vermutet man noch lange etwas ganz anderes dahinter.

Aus der Bücherkiste gerettet, landete auch dieses Buch wieder in meinem Regal. Es wieder ein älteres Buch, das aus DDR-Zeiten stammt. Dementsprechend ist der Regierungsvorwand nur dann nachzuvollziehen, wenn man weiß, wie die damalige Regierung arbeitete. Da das Buch teilweise sehr stark und lange in die Gedankengänge der Protagonisten einsteigt, fällt es manchmal schwer, diesen Passagen zu folgen. Es ist jedoch ein gut geschriebenes Buch, besonders wenn man sich für menschliche Ängste interessiert.

Ach, wär ich nur zu Hause geblieben Lustige Urlaubsgeschichten

Kerstin Gier
gelesen vom 18.04.2014 – 21.04.2014

Von Reiseängsten und skurrilen Urlaubsgeschichten. In kurzen Kapiteln erzählt die Autorin über ihre eigenen Urlaubserfahrungen und ihre Ängste, wenn es ums Reisen geht. Die Geschichten sind ganz lustig zu lesen, jedoch auch sehr kurzweilig und haben keinen Tiefgang. Leider beschäftigt sich fast die komplette erste Hälfte des Buches mit den größtenteils abgedrehten Ängsten, die die Autorin beim Reisen erfassen. Hat man Interesse an kurzen lustigen Geschichten, ist das Buch eine gute Wahl, ansonsten lieber Hände weg!

Der Tibet-Code

Tom Martin
gelesen vom 13.04.2014 – 18.04.2014

Kopflose Rettungsaktion durch tibetischen Dschungel. Nancy Kelly wird nach Indien versetzt um dort für ihre Zeitung zu arbeiten. Was eine Chance werden sollte, wird schnell zum Albtraum: Ihr wird direkt am ersten Tag mit Verhaftung gedroht, sie bekommt eine seltsame Reliquie in die Hand gedrückt und erfährt, dass ein entfernter Freund, der auch für die Zeitung arbeitet, spurlos verschwunden ist und der Spionage verdächtigt wird. Es beginnt eine Suchaktion durch den tibetischen Dschungel auf der der Leser auf zweifelhafte buddhistische Mönche, skrupellose chinesische Militärs und einen undurchsichtigen Schatzjäger trifft.

Dieses Buch ist wieder eines jener, die ich als Mängelexemplar gekauft hatte. Die angeteaserte Geschichte auf dem Buchrücken schien vielversprechend zu werden, doch leider hat das Buch mich sehr schnell enttäuscht. Es gibt verwirrende Textstellen, zu schnelle unrealistische Abläufe, eine Person, die das ganze Buch über nur der „Stellvertreter des Abtes“ genannt wird und man kann dem Zeitablauf nicht recht folgen. Schade! Aus der Geschichte hätte man etwas wesentlich Spannenderes machen können. Also definitiv keine Kaufempfehlung!

Der Schamane

Noah Gordon
gelesen vom 07.04.2014 – 12.04.2014

Familiengeschichte in den USA zur Zeit des Sezessionskriegs. Der taube Arzt Rob J. Cole wird per Telegramm nach Hause gerufen, da sein Vater gestorben ist. Dieser war ebenfalls Arzt und hat seinem Sohn viele Tagebücher hinterlassen. Rob J. fängt an sie zu lesen und wird noch einmal in seine eigene Kindheit zurückversetzt. Er erlebt, wie sein Vater in die USA kam, sich als Arzt etablierte, eine Farm kaufte, eine Frau fand und eine gute Freundin verlor. Denn über Jahre hinweg wohnte eine Schamanin, Makwa-ikwa genannt, auf ihrer Farm und assistierte seinem Vater bei dessen Hausbesuchen, bis sie eines Tages brutal ermordet wird. In den Tagebüchern findet Rob J. auch eine Spur, wer der Mörder gewesen sein könnte, doch dann kommt ihm der Sezessionskrieg dazwischen…

Auf knapp 700 Seiten wird die Familiengeschichte der Coles zur Zeit des Sezessionskrieges erzählt. Man erfährt einiges über die indianischen Freunde des alten Arztes, das Farmleben und die Kriege jener Zeit. Einen guten Einblick gibt das Buch auch über die damalige Behandlungsweise von Patienten.

Da das Buch in sich geschlossen ist, braucht man den ersten und dritten Teil der Trilogie nicht zu lesen (obwohl „Der Medicus“ noch eine Überlegung wert wäre ;) ) Trotz der Länge wird das Lesen auch fast nie langweilig und man möchte kaum Pausen zwischen den Kapiteln machen. Für jene, die sich für das damalige Leben in den USA interessieren, ist dieses Buch eine super Empfehlung!

Die Höhle des gelben Hundes Eine Reise in die Mongolei

Byambasuren Davaa
gelesen vom 05.04.2014 – 07.04.2014

Ein mongolischer Sommer. Nansaa ist sechs Jahre alt und sieht ihre noch Welt aus Kinderaugen. Einen ganzen Sommer lang wird ihre Familie von der Autorin und ihrem Team begleitet, wobei gleichzeitig ein Film entsteht. Der Leser erlebt, wie das Mädchen einen kleinen Hund mit nach Hause bringt, der für Chaos im Nomadenleben ihrer Eltern sorgt. Die Eltern befürchten nämlich, dass der streunende Hund mit Wölfen zusammengelebt hatte und diese nun zu ihrer Herde führen könnte.

Neben der eigentlichen Geschichte erzählt die Autorin in einigen Kapiteln über ihre Kindheit in der Mongolei und welche Besonderheiten es im Leben eines Mongolen gibt.

Dieses Buch ist ein schöner Einblick in das Leben einer mongolischen Nomadenfamilie. Dabei dient die Familie jedoch nur als ein Beispiel, denn die mongolischen Traditionen sind noch um einiges vielfältiger. Das Buch liest sich sehr flott, wobei ein schneller Leser wohl nur 2 Stunden benötigt um das Buch zu Ende zu lesen. Wer sich also für die Mongolei interessiert, sollte unbedingt einen Blick in das Buch werfen!

Der Honiggarten

Fiona Shaw
gelesen vom 18.03.2014 – 26.03.2014

Das Schicksal zwei sich liebender Frauen in den 50er Jahren. Als zehnjähriger Junge sieht Charlie die Welt noch mit anderen Augen als die Erwachsenen um ihn herum. Er erlebt, wie sein Vater abends immer öfter fort bleibt, seine Mutter von Tag zu Tag trauriger wird bis der Vater die Familie schließlich verlässt. Eines Tages trifft Charlie aufgrund einer Prügelei auf die zugezogene Ärztin Jean. Die beiden freunden sich durch Jeans Bienenzucht schnell an, wodurch Jean auch Charlies Mutter Lydia kennenlernt. Bereits vom ersten Tag an entbrennt zwischen den beiden Frauen eine starke Liebe, die keine richtig einordnen kann. Sie versuchen es vor allen zu verstecken, vor den Stadtbewohnern und auch vor Charlie. Doch Geheimnisse sind meist nicht lange geheim…

Dieses Buch habe ich einmal wieder blind vom Tisch der „Mangelexemplare“ gekauft. Auf dem Buchrücken war die Rede von einer starken Freundschaft zwischen den beiden Frauen, jedoch ahnte ich bereits sehr früh, dass es nicht dabei bleiben würde. Leider hatte ich recht, wodurch mich das Buch sehr enttäuscht hat (Sexszenen können so manches Buch verschandeln). Diese Tatsache einmal außer Acht gelassen, ist es eigentlich ein ganz gutes, kurzweiliges Buch, dem man das Handeln der Protagonisten durchaus glaubt. Man muss es aber dennoch nicht unbedingt gelesen haben.

Bittere Kirschen

Madeleine Szcodrowski
gelesen vom 25.02.2014 – 01.03.2014

Ungeschönte und bittere Lebensgeschichte Frankreich, Ende der 1960er Jahre: Die in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene und elternlose Sophie Martin findet nach jahrelanger Suche Arbeit in einer kleinen, ländlichen Fabrik. Dort wird sie jedoch nur mit Undankbarkeit, Ausbeutung und menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen bestraft. Sie soll für ihren Chef die Arbeiter ausspionieren. Als sie es nicht macht, wird sie auf einen eisigen Betongang verbannt, mit einem winzigen Tischchen, einer uralten Schreibmaschine und dem Verbot, die Toiletten benutzen zu dürfen. Zudem ließ sie sich auf ein gefährliches Geschäft mit ihrem Chef ein und kaufte so ein baufälliges, vermodertes Bauernhaus in dem sie seitdem wohnt. Im Laufe der Zeit baut sie zusehends ab: Sie muss hungern, da sie kein Geld für Essen übrig hat, friert, da das Haus uralt ist und leidet unter dem Verhalten ihrer Kollegen ihr gegenüber. Doch dann trifft sie Durieux, der ihr Hoffnung gibt. Er kommt aus einer ganz anderen Welt als sie, dennoch wächst ihre Zuneigung zueinander langsam.

Die Autorin schreibt authentisch über das, was sie selbst erleben und erleiden musste. Das Buch ist dabei ehrlich, gnadenlos und unverblümt. Vergleicht man die Lebensverhältnisse mit der heutigen Zeit, so scheint es undenkbar, dass es Menschen gibt, die mit so viel Unbill leben müssen.

Dieses Buch ist wieder einmal aus einer Kiste gerettet worden, die für den Müll bestimmt war. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, habe ich das Buch tatsächlich sehr gern gelesen. Der Schreibstil ist sehr anspruchsvoll, teilweise fast poetisch und doch mit einem schrecklichen Inhalt. Das Buch zeigt, dass man nach wie vor nicht die Augen vor solchen Arbeits- und Lebensbedingungen verschließen sollte. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!

Vom Urknall zum Durchknall Die absurde Jagd nach der Weltformel

Alexander Unzicker
gelesen vom 12.02.2014 – 20.02.2014

Abrechnung mit der Stringtheorie Als Physiklehrer an einem Gymnasium schreibt der Autor über sein Fachgebiet und die Probleme, die die heutige Wissenschaft für ihn bereit hält. In seinen Augen scheint die heutige Physik mit ihren Modellen und Theorien in eine völlig falsche Richtung zu laufen, denn leider sind die wenigsten davon durch praktische Experimente nachzuweisen. Ganz besonders unsanft geht er dabei mit der Stringtheorie um.

Trotz der Materie kommt der Autor mit sehr wenigen mathematischen Gleichungen aus, was das lesen auch für einen Laien einfach macht. Das Buch ist flüssig geschrieben und lässt sich zügig lesen. Tatsächlich habe ich selten so oft während des Lesens eines Buches gelacht. Natürlich ist das Buch sehr subjektiv geschrieben und wie so oft, sollte man sich selbst eine Meinung zur heutigen Physik bilden. Dennoch ist es, mit etwas Vorbildung, eine unterhaltsame Lektüre.

Asche und Phönix

Kai Meyer
gelesen vom 06.02.2014 – 09.02.2014

Diebin und Superstar gegen Zombies und den Teufel. Die Diebin Ash und Schauspieler Parker treffen sich zufällig, als sie gerade sein Hotelzimmer ausräumen will nachdem er in aller Öffentlichkeit mit seinem Vater gebrochen hat. Zusammen fliehen sie vor der Öffentlichkeit und einem unsichtbaren Verfolger. Dieser Verfolger stellt sich bald als ein Wesen des Teufels heraus, dass Parkers Vater bedroht. Doch Parkers Vater will seinen Sohn verraten und ihn an den Teufel ausliefern.

Obwohl Kai Meyer einer meiner Lieblingsautoren ist, muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch enttäuscht hat. Die Rollen des verzweifelten Schauspielers und der Lebenskünstlerin wirken zu aufgesetzt und gezwungen. Auch die Geschichte an sich bietet während ihres Verlaufes durchaus Potential, das nicht voll ausgespielt wird. So bleiben einige Vorkommnisse unaufgeklärt und das Buch hinterlässt offene Fragen. Für eine kurzweilige Lektüre ist das Buch dennoch ganz spannend geschrieben, aber gewiss nichts für anspruchsvolle Leser.

Sanctus

Simon Toyne
gelesen vom 02.02.2014 – 04.02.2014

Rasante und mysteriöse Verfolgungsjagd durch eine fiktive Stadt. Ein Mönch stürzt sich von einer historischen Zitadelle in den Tod, doch war es nur ein simpler Selbstmord oder steckt mehr dahinter? Bald versuchen die Polizei, die Schwester des Mönchs und eine mysteriöse Verbindung herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Doch das will der Mönchsorden, der seit Jahrtausenden die Zitadelle bewohnt, um jeden Preis verhindern, denn es geht um die Wahrung des Geheimnisses ihrer Macht. So beginnt eine atemlose Jagd, bei der einige unerklärliche Dinge vor sich gehen.

Auch wenn die Geschichte ihre erzählerischen Schwächen hat, ist sie doch fesselnd geschrieben. Ab und zu sind einige übernatürliche Vorgänge in dem Buch eingearbeitet, die auf das spektakuläre (aber auch etwas übertriebene) Finale hindeuten. Für zwischendurch ist es also eine durchaus lohnenswerte Lektüre.

Das siebte Kreuz

Anna Seghers
gelesen vom 31.12.2013 – 26.01.2014

Sieben Flüchtlinge und nur einer kann überleben. Dieses Buch habe ich von meinen Eltern bekommen. Für sie war es in ihrer Jugend ein absoluter Klassiker und wenn man die Hintergründe des Buches erfährt, dann wird auch klar, warum. Es ist bereits während des zweiten Weltkrieges geschrieben und veröffentlicht worden. Dabei ist das Besondere, dass die Handlung genau in dieser Zeit stattfindet.

Sieben Häftlinge brechen gleichzeitig aus einem KZ aus und werden einer nach dem anderen wieder aufgegriffen. Jedoch kann ein einzelner entkommen… Das Buch zeigt deutlich, dass nicht alle Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus gleich waren. Es zeigt, dass auch unter der harten Oberfläche Menschen sind, die sich für andere einsetzen und die Politik nicht gutheißen, dagegen kämpfen.

Die Schauplätze wechseln dabei zwischen den einzelnen Kapiteln hin und her, was das Buch sehr spannend und mitreißend macht. Es ist absolut empfehlenswert, dieses Buch gelesen zu haben!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.