Impressionen aus dem Botanischen Garten

Berlin, Berlin! Sieben Tage in der Hauptstadt

Diesen Artikel über Berlin wollte ich schon lange geschrieben haben, aber bei uns ist es wieder so chaotisch, dass ich fast nichts mehr schaffe ;) Aber nun kommt der Bericht ja endlich!

Anfang März waren Julian und ich für sieben Tage in Berlin. Julian musste zu einer Konferenz, die am Müggelsee stattfand und ich wollte nicht immer zu Hause bleiben, wenn er beruflich unterwegs ist. So beschloss ich, dieses Mal mitzukommen und einfach eine Woche Urlaub in der Hauptstadt zu machen! Bisher bestand Berlin für mich immer nur aus Alexanderplatz und Pergamonmuseum, und wirklich schön fand ich die Stadt nie. Aber sie sollte doch noch eine zweite Chance bekommen ;)

Sonnenuntergang am Müggelsee

Übernachtet haben wir in einem sehr hübschen und komfortablen Ferienhaus direkt am Müggelsee. Der Komplex bestand aus mehreren Häusern und kann erst vor ein paar Jahren eröffnet haben, denn es war alles noch so neu und ungebraucht! Wir kamen leider erst sehr spät abends an, deshalb blieb und nur noch Zeit für einen kleinen Spaziergang am Müggelsee entlang. Dafür konnten wir aber einen sehr tollen Sonnenuntergang über dem Wasser beobachten!

Im Tierpark Berlin

Ich hatte mir für die Woche in Berlin ein paar Sachen aufgeschrieben, die ich gern unternehmen wollte. Zum Schluss war es eine sehr lange Liste, wo von vornherein klar war, dass ich nicht alles schaffen werde. Also machte ich meine Pläne vom Wetter abhängig. Am Montag sollte es sonnig werden, deshalb nahm ich mir das naheliegenste Ziel vor: den Tierpark Fiedrichsfelde.

Der Weg zum Tierpark ist super einfach, auch wenn man sich in Berlin nicht so gut auskennt. Mit der U-Bahn kommt man direkt vor dem Eingang an. Ich war sehr früh morgens da und es waren nur ein paar ältere Leute, Personen mit Kinderwagen und eine kleine Schulklasse da. Also extrem ruhig! Zwischendurch hat man mal ein paar Tiere gehört (vor allem die Hyänen), ansonsten war es sehr entspannend einfach nur umherzuspazieren.

Als erstes wollte ich mir das freibegehbare Katta-Gehege ansehen, denn morgens sollten die Tierchen besonders aktiv sein. Leider war es eine Enttäuschung, den die Tiere haben nur geschlafen und das Gehege war so klein! Ein ähnliches Gehege kenne ich schon vom Vogelpark Marlow und das ist riesig, sodass die Lemuren sich auch mal verstecken können. Das ist in Berlin leider nicht möglich gewesen… Für den Rest des Tierparks habe ich mir Zeit gelassen und auch fast alles geschafft. Nur zum Schluss merkte ich, dass ich schon einige Kilometer zurückgelegt habe und dass der Park mit Recht der größte Landschaftstierpark Europas ist!

Impressionen aus dem Tierpark Berlin
Von oben links: lustiger Rotluchs, balzende Sekretäre, Grevy-Zebras und Waldbaumläufer

Der Park beherbergt unglaublich viele Tiere, davon viele, die ich vorher noch nie gesehen habe. Und auch ein paar Wildtiere kann man dort treffen, die ich noch nicht kannte. So ein kleiner Waldbaumläufer, der ganz dicht an mir vorbei flog und sich an einem Birkenstamm niederließ. Ich konnte ganz dich rangehen und dachte erst, dass es sich um eine Art Kolibri handeln würde. Das war natürlich falsch, aber mit dem langen Schnabel sieht er schon ein wenig so aus :)

Ich kam abends sogar noch später nach Hause als Julian. Wie viele Kilometer ich da hinter mir hatte, kann ich nur raten. Meine Füße waren aber am Ende des Tages der Meinung, dass wir das Gleiche am nächsten Tag nicht nochmal wiederholen ;)

Hinter den Kulissen im Naturkundemuseum

Vor zwei Jahren hatte ich im Namen meiner Eltern, meiner Schwester und Julian Insektenkästen für das Naturkundemuseum gespendet. Man konnte sich grob die Art aussuchen, für die der neue Insektenkasten sein sollte. Darauf wurde dann der eigene Name angebracht und mit einigem Glück hat man sich damit dann für viele Jahrzehnte verewigt. Sofern man gespendet hat, konnte man auch einen Besuch seines eigenen Insektenkastens vereinbaren. Da wir so viele waren, kamen wir aber lange nicht dazu. Nun waren Julian und ich aber endlich in Berlin und meine Eltern hatten an dem Tag zum Glück auch Zeit. Nur Corinna musste leider arbeiten.

Am Dienstag sollte es nun endlich soweit sein! Meine Eltern kamen mit dem Zug und wir holten sie am Hauptbahnhof ab. Schon nach einem kurzen Spaziergang erreichten wir dann das Naturkundemuseum. Wir waren sehr zeitig dran, also sahen wir uns vorher noch die Ausstellung an. Um 14 Uhr trafen wir uns dann mit Herrn Marotzke, der uns zu unseren Insektenkästen führte. Als erstes war der Kasten meiner Mutter dran. Sie hatte sich Hornkäfer gewünscht und so bekam sie auch ein paar tolle Exemplare. Der Insektenkasten befand sich genau dort, wo wir ihn erwartet hatten: im einzigen Raum mit Insektenkästen, den man auch als normaler Besucher durch eine Scheibe sieht. Für die anderen Kästen wurden wir dann aber komplett hinter die Kulissen geführt! Es gab zahlreiche, riesige Räume mit Unmengen an Schränken in denen 100te Jahre alte Präparate aufbewahrt wurden. Schon nach den ersten Räumen verloren wir den Überblick, denn es müssen Millionen von Exemplaren sein, die dort gelagert werden!

Hornkäfer für Mutti

So kamen wir langsam zu den weiteren Kästen: Bienen für meinen Vater, Raubfliegen für Julian, Schmetterlinge für Corinna (ja, auch den Kasten durften wir besichtigen!) und Kleinschmetterlinge für mich.

Mein Insektenkasten mit den Kleinschmetterlingen

Wir waren ca. eine Stunde mit Herrn Marotzke unterwegs und er erzählte uns viel Wissenswertes über das Museum, die Arbeit der Präparatoren und Wissenschaftler und natürlich die ganzen Insekten. Es war wirklich eine tolle Führung! Und wenn man sich auch nur etwas für die Materie interessiert, dann würde ich es jedem empfehlen auch einen Insektenkasten zu spenden.

Zeitreise im Schloss Charlottenburg

Mittwoch ging es für mich zum Schloss Charlottenburg. Ich hatte mir eigentlich noch mehr Schlösser vorgenommen, aber letzten Endes nur dieses geschafft. Der Weg von Köpenick aus war suuuuper lang und so war ich fast 1 1/2 Stunden unterwegs um anzukommen.

Ich habe mir zuerst die Ausstellung im Neuen Flügel mit den tollen großen Sälen angesehen. In einem gab es sehr alte Spiegel, die schon teilweise angelaufen waren. Das hatte schon seinen eigenen Charme! Da viele Einrichtungsgegenstände vor dem 2. Weltkrieg in sichere Räumlichkeiten ausgelagert wurden, ist vieles glücklicherweise noch im Originalzustand erhalten. Danach ging es ins Alte Schloss, dem Herz der gesamten Anlage. Die privaten Räume waren hier vergleichsweise klein, aber wunderschön ausgestattet. So setzte sich das Muster der Tapeten auch auf den Möbelstücken fort.

Nach diesen zwei separaten Museen wollte ich mit meinem Ticket eigentlich noch ins Mausoleum und ins Belvedere nur leider waren beide erst wieder im April geöffnet und so hatte ich leider Pech. Dafür habe ich einen strammen Marsch durch den Schlossgarten zurückgelegt. Leider gab es keine häufigen Wegweiser, weshalb ich eher herumgeirrt bin, aber glücklicherweise habe ich draußen einen recht guten Orientierungssinn ;) Kurz vor Feierabend bin ich noch in den Neuen Pavillon und habe mir in einem kurzen Rundgang auch dort die Ausstellungsstücke angesehen.

Im Gesamten ist die Anlage wunderschön gestaltet und der Schlossgarten lädt im Sommer bestimmt zum gemütlichen Spazieren ein (immerhin ist er kostenlos zugänglich). Wer sich für die deutsche Geschichte interessiert, für den sind die Schlossmuseen unbedingt empfehlenswert! Aber dann bitte erst ab April, dann sieht man mehr ;)

Spaziergang im Botanischen Garten

Mittwoch hatte es schon angefangen zu regnen und der Donnerstag schien auch nicht besser zu werden. Aber ich forderte mein Glück heraus und nahm mir für diesen Tag den Botanischen Garten vor. Und ich sollte belohnt werden, denn nachdem ich angekommen war, blieb es zum Glück den Rets des Tages trocken!

Auch mit dem Botanischen Garten hatte Berlin wieder eine Superlative zu bieten, denn er gehört zu den größten der Welt! Da ich Pflanzen liebe, musste ich natürlich unbedingt dorthin!

Schon der erste Spaziergang durch den Garten war toll! Landschaftlich ist er total schön angelegt und in verschiedene Themengebiete unterteilt. Anfang März hatte natürlich noch nicht viel geblüht, doch einige Knospen habe ich dann doch gefunden ;)

Impressionen aus dem Botanischen Garten
Von oben links: Blühende Kornelkirsche, Roter Puderquastenstrauch, Vogels Napoleonaea, Kakteenhaus

Die meiste Zeit verbrachte ich dann in den großen Gewächshäusern, riesigen Gebäuden aus Glas, die wunderschön anzusehen sind! Auch hier war alles nach Themen sortiert. So gab es ein Orchideen-, ein Nutzpflanzen-, ein Kakteen-, ein Tropenhaus und viele mehr. Eigentlich sind die Häuser zu einem Rundgang angeordnet, doch wegen Bauarbeiten musste man einen kleinen Umweg machen, der war aber halb so schlimm! In den Gewächshäusern hat natürlich viel mehr geblüht als draußen, so standen die Kamelien z.B. in voller Blüte. Man kann unzählige Pflanzen sehen, von denen man vorher noch nie etwas gehört hat und auch so seltene wie die Welwitschie. Sehr faszinierend! :)

Nach den Gewächshäusern machte ich einen kleinen Rundgang über das Außengelände. Ein kleiner Plan wäre hier toll gewesen, aber ich fand meinen Weg zum Glück auch so. Für den Sommer ist der Botanische Garten bestimmt noch einen Besuch wert, weil dann alles Grün ist. Aber auch so war es ein toller Spaziergang!

Berlin ist Museumshauptstadt!

Ich liebe ja das Pergamonmuseum! Aber da ich mittlerweile schon drei mal drin war und bei diesem Berlin-Besuch Neues kennenlernen wollte, habe ich dieses Mal darauf verzichtet. Es gibt immerhin noch zahlreiche andere Museen in Berlin, die ich noch nie gesehen habe ;)

Das Kommunikationsmuseum ist so eins. Da ich mich auch für Briefmarken interessiere und es z.B. die Blaue Mauritius(!) zu seinen Ausstellungsstücken zählt, musste ich unbedingt dorthin. Und ich wurde nicht enttäuscht! Das Museum widmet sich ganz allgemein der Kommunikation, also Telekommunikation, Internet, Postwesen und vieles vieles anderes. Die gesamte Ausstellung ist multimedial aufbereitet und sehr spannend. Die Glanzstücke gibt es in der Schatzkammer zu sehen, die man auf keinen Fall verpassen sollte! Ein kleines Sahnehäuptchen hat das Museum sogar auch: Im mittleren Bereich des Erdgeschosses warten drei witzige Roboter auf einen. Vom ersten wird man begrüßt, der zweite zeigt einem die Besonderheiten des Gebäudes und mit dem dritten… kann man Fußball spielen! Man sollte seine Scheu vor den dreien auf jeden Fall überwinden, denn es ist soooo lustig mit ihnen umherzulaufen! Also: Eine absolute Empfehlung für dieses Museum!

Impressionen vom Kommunikationsmuseum
Von Links: Roboter im Kommunikationsmuseum, mit dem man Fußball spielen kann und eine Ampel vor dem Gebäude, die mit den Eintrittsaufklebern des Museums beklebt ist

Da es nach meinem Museumsbesuch erst Mittag war, habe ich mir noch das Bode-Museum vorgenommen. In meinem kleinen Reiseführer wurde es in den höchsten Tönen gelobt und tatsächlich ist allein das Gebäudeinnere einen Besuch wert. Interessiert man sich zusätzlich noch für antike Skulpturen und Bildhauerei, ist man im Bode-Museum goldrichtig aufgehoben.

Zum Schluss noch einmal Tiere

Es war Samstag und der Urlaub neigte sich langsam dem Ende! Das Wetter sollte stabil bleiben und so entschied ich mich früh morgens ganz spontan dazu, meinen Lieblingen vom letzten Berlin-Urlaub einen Besuch abzustatten: den Prevost-Schönhörnchen im Zoo. Doch dazu später mehr ;)

Ich war also leider erst Mittags im Zoo und im Gegensatz zum Tierpark am Montag war er natürlich schon ziemlich voll. Es war trotzdem sehr angenehm umherzuspazieren, vor allem, weil die Tiere dieses Mal viel häufiger aktiv waren als beim letzten Besuch. Was mir dieses Mal schnell auffiel ist, dass der Zoo sehr viele Rinder beherbergt. Ich habe natürlich sofort an meinen Vater gedacht und die ganzen Tiere auf Fotos gebannt, damit er sich auch sehen konnte ;) Am niedlichsten von allen waren die Hinterwälder Rinder. Die Tiere sind super klein und so niedlich! :)

Hinterwälder Rinder im Zoo

Es gab wirklich unglaublich viele Tiere im Zoo, die mir beim letzten Mal überhaupt nicht aufgefallen waren. So zum Beispiel das Kantschil: das kleinste Huftier der Welt. Es kam sogar ganz dicht ans Gitter, floh allerdings sofort, als eine schreiende Bande Kinder näher kam mit der Aussage „Das ist aber kein Vogel, oder?“ TRAURIG! Dennoch wird der kurze Augenblick mit dem Tier in Erinnerung bleiben, denn es ist ein so faszinierendes Wesen! Andere Tiere scheinen da häufiger vorzukommen, bzw. man kennt sie vom Hörensagen. Darunter fällt bei mir der Wiedehopf. Ich habe ihn in freier Natur noch nie gesehen, obwohl es ihn in Deutschland gibt. Im Zoo stellte er sich allerdings als sehr fotogen heraus als er am Boden einen Wurm verspeiste ;)

Wiedehopf beim Wurmessen

Kurz vor Schließung der einzelnen Häuser habe ich es dann endlich geschafft, ins Affenhaus zu kommen, wo meine Lieblinge untergebracht sind! Die Affen interessieren mich tatsächlich überhaupt nicht (gut, Bonobos und Lemuren gehen noch durch ;) ), dennoch habe ich einen kurzen Rundgang gemacht um dann ca. 15 Minuten den Prevost-Schönhörnchen zuzusehen. Auch sie waren dieses Mal total aktiv und wuselten im Gehege ständig hin und her. Und sie sind so schöne Tiere! :)

Prevost-Schönhörnchen

Letzter Tag und Rückfahrt

Den Tag im Zoo musste ich leider früher abbrechen, als gehofft, weil mein Knie leider nicht mehr mitmachen wollte und schmerzte. Um mich zu schonen, blieb ich am Sonntag also so lange es ging im Ferienhaus. Ich habe meine Zeit dort größtenteils mit lesen und Fernsehen verbracht, da Julian noch auf der Abschlussveranstaltung der Konferenz war. Abends kam er aber endlich vorbei und wir konnten uns auf den Weg nach Hause machen. Da die Autobahn sehr leer war, kamen wir zügig nach Hamburg.

Die Woche in Berlin war auf jeden Fall sehr schön und ich habe die Stadt von vielen neuen Seiten kennengelernt. Auch die Berliner erschienen mir sehr locker und freundlich, obwohl man oft etwas anderes hört. Wirklich schön finde ich Berlin zwar immer noch nicht (wer kann schon Hamburg toppen?), aber ich weiß nun besser, was die Stadt zu bieten hat. Und meine Liste mit To Dos ist immer noch sooo lang, dass es garantiert für eine weitere Woche reichen würde. Vielleicht im September, da möchte Julian zu einem Whisky-Tasting nach Berlin. Eine gute Gelegenheit um die Stadt weiter zu erkunden ;)

Bis bald!

Eure Kathleen

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1 Reply to “Berlin, Berlin! Sieben Tage in der Hauptstadt

  1. Den Tag in Berlin war so toll. Vorallem aber der Blick hinter die Kulissen im Naturkundemuseum war einmalig. Wir waren von der Unmenge und der Vielfalt der Insekten überwältigt. An diesem Tag haben wir viel Interessantes und Wissenswertes erfahren und mit nach Hause genommen.

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